Nur etwa 10 Jahre Pause

Gepostet am Aktualisiert am

Wahrscheinlich kann jeder Autor, Literat oder Hobbyschreiber (wahrscheinlich sogar Songtexter) ein Lied davon singen, wenn es um Geschichten geht, bei denen er oder sie plötzlich ins erzählerische Stolpern gerät, hart auf die Schnauze knallt und einfach nicht mehr hochkommt. Ja, es gibt sie wirklich, diese legendären Geschichten, die plötzlich nirgendwo mehr hingehen, die sich nicht mehr richtig fassen lassen, als wären sie ein glitschiger Aal, der einem ständig aus den Händen flutscht. Kürzlich beim Durchforsten einer meiner Festplatten bin ich auf ein solches Storyfragment gestossen, an dem ich vor sage und schreibe 10 Jahren das letzte Mal gearbeitet habe. Ein Text, von dem ich mir damals auf den ersten Seiten Grosses versprach, der dann aber wie ein altersschwacher Gaul lahmte und nicht mehr vom Fleck kam.

Was kann man tun? Ich kenne persönlich einige Autoren, die plotten, die also die ganze Geschichte ausarbeiten, noch bevor sie das erste Wort geschrieben haben (das ist nicht mein Ding, no Sir). Das führt dann oftmals zu Kurzgeschichten oder Romanen, bei denen sich während dem Lesen der Eindruck einschleicht, dass viele Aspekte davon erzwungen und unglaubhaft wirken. Persönlich spreche ich hierbei von organischer oder eben nicht organischer Entwicklung. Man kann sich das ein wenig so vorstellen, als ob man den vorher erwähnten altersschwachen Gaul mit der Reitgerte hart ran nimmt und ihn sozusagen vorwärts in Richtung Stall prügelt. Und ja, der Gaul wird in den meisten Fällen dort ankommen, aber er wird am Ende auch ziemlich kaputt sein. Das andere Extrem ist es, den Gaul liebevoll zu streicheln und ihm gut zuzureden, aber auch das funktioniert in den meisten Fällen nicht, ist der Gaul doch längst so erschöpft, dass er sich wirklich nur noch hinlegen und nicht mehr bewegen will. Es empfiehlt sich also, die richtige Möhre zu finden, die man dem Tier vor die Nase hängen kann, damit es von sich aus zurück in den heimischen Stall will. Und eine solche Ideen-Möhre habe ich zufällig gefunden, als ich besagtes alte Textfragment durchlas. Manchmal braucht es eben bloss ein wenig Geduld, die Story kommt wieder auf die Beine, und die Sache wird gut.

Inhaltlich dreht sich die Geschichte (Titel: „Als es regnete“) um einen Videotheken-Mitarbeiter, der eine eigenartige Begegnung mit einer noch viel eigenartigeren jungen Frau hat. Nur bleibt es nicht dabei, wird er doch durch die Begegnung in eine grössere Sache verwickelt, die ihn sprichwörtlich unter die Erde bringt. Aber nicht ins Grab, sondern in ein Höhlensystem, in dem Politiker aus Zürich und dem Rest der Schweiz ihren Trieben freien Lauf lassen und mit garstigen Mächten spielen, mit denen man nicht spielen sollte.

Mal gucken, wie schnell der Gaul in den Stall trabt. Ich halte euch auf dem laufenden.

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