Gedanken übers Reisen

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Eines jener Dinge, die fast alle Menschen verbinden, wir mir scheint, ist der neugierige Blick zum geographischen oder dem Erfahrungshorizont. Die Frage nach den Geheimnissen, die sich dahinter verbergen, und der Drang, eben jene Geheimnisse zu lüften, treibt uns vorwärts. Schon von Kindesalter an lockt der Wald und die Frage, was sich wohl darin verbergen mag. In urbanen Gegenden versprechen andere Stadtquartiere große Dinge von noch viel größerer Wichtigkeit. Mit dem älter werden gleitet der Blick in immer weitere Ferne, etwa in die scheinbar undurchdringliche Dichte eines Dschungels. Dort ersehnen wir uns den seltenen Anblick einer vom Aussterben bedrohten Tier- oder Pflanzenart. Hinter einer Bergkette in den Alpen vermuten wir in der Zeit stehengebliebene Dörfer, enge Bergschluchten sowie geheimnisumwitterte Seen. In der Wüste wähnt man gleich hinter dem Horizont eine idyllische Oase, an deren Wasserloch Kamele trinken. Und Gleiches gilt selbstverständlich für die Weltmeere, deren unbekannte Tiefe oder Weite mit Verheißung, sagenhaften Inseln, vielleicht Reichtum lockt. Egal, um welche Gegend es sich handelt … wir lieben die Geheimnisse und Möglichkeiten des Unbekannten. Und je abgelegener sie liegen, umso vielversprechender erscheinen sie.

Bei aller Freude am Reisen und Entdecken, muss eine Frage aber doch gestellt werden: Macht das in Anbetracht der Umweltverschmutzung, die die Fliegerei und Seereisen erzeugen, überhaupt Sinn? Können wir uns das im Hinblick auf eine gesicherte ökologische Zukunft leisten? Hier scheiden sich die Geister, es wird mit harten Bandagen gestritten, und auf den gesunden Menschenverstand wird praktisch ganz verzichtet. Die Diskussionen erinnern in ihrer Heftigkeit an die grenzenlosen Idiotien von Religions- und Veganfanatikern, denn die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. Alles was wir tun können, ist mit Verstand zu handeln, aber das ist nicht immer einfach.

Während Reisen in ferne Länder etwa das Verständnis für fremde Kulturen bilden, entsteht aus diesem Verständnis ein größeres Näherrücken … kulturelle Globalisierung eben, die eine solche fremde Kultur mit der Zeit verschwinden lässt. Reisen in exotische Länder lassen einen erkennen, wie viel Flora und Faune es gibt, die wir beschützen und erhalten sollten, da gewisse Pflanzen eben nur in ganz speziellen, leicht aus der Balance zu bringenden Habitaten gedeihen. Gleichzeitig fördern aber Flüge und Reisen mit Ozeandampfern die Umweltverschmutzung, die besagte Lebensräume gefährdet. Wir besteigen den Mount Everest, um einen persönlichen Horizont zu erreichen, der uns für den Rest des Lebens (hoffentlich zum Besseren) verändert. Dafür nehmen wir in kauf, dass diese gebirgige Landschaft immer mehr zur Müllhalde verkommt. Was also tun, wenn Vor- und Nachteile bestehen und diese sich vielleicht sogar die Waage halten?

An dieser Frage zerbrechen sich die Menschen die Köpfe, und selbstredend weiß auch ich keine endgültige Antwort darauf. Ohne dass dieser (ursprünglich kurz gedachte) Text jetzt ausartet, ein paar Ideen, wie ich die Sache zu handhaben versuche. Ich unternehme, so fern möglich, keine ein- oder zweitägigen Städtetrips mit Flugzeugen. Wenn ich Ferien mit dem Flugzeug mache, dann sind diese mindestens zwei Wochen lang, damit sich die Reise auch lohnt. Ich reise grundsätzlich nicht mit Ozeandampfern, obwohl mich die Idee fasziniert und lockt. Außerdem versuche ich so viel als möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erledigen. Klingt banal, ich weiß … aber es sind Dinge, die ich im Alltag umsetzen kann, ohne dass in mir das Gefühl von Verlust und Frustration entsteht. Und darum geht es: Wir müsse lernen zu verzichten, auf eine Art, die uns positiv und umsetzbar erscheint.

Für eine Handvoll Podcasts

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Podcasts erfreuen sich seit ihrer Geburtsstunde vor etwas mehr als zehn Jahren einer immer grösseren Beliebtheit, Hörerschaft, thematischer Bandbreite und Professionalität. Ihre Vielfalt und Spielart wächst unermüdlich, was zu einem Meer aus Informationen führt, in das man zu jeder Tages- und Nachtzeit eintauchen kann. Sogar Hörspiele werden zuweilen als Podcast veröffentlicht, wenn auch oft zu Werbezwecken für teure Hörspiele. Daher ist es an der Zeit, euch meine drei Lieblinge einmal kurz vorzustellen. Wie immer stellt die Reihenfolge keine Rangordnung dar.

The Infinite Monkey Cage – Ein Wissenschafts-Podcast des BBC, der in gekürzter Form auch im Radio ausgestrahlt wird. Er wird von Physiker Brian Cox und Komödiant Robin Ince moderiert, was zu einem informativen und humorvollen Ganzen führt, das niemals langweilig wird. Jede Episode behandelt ein wissenschaftliches Thema, zu dem diverse Spezialisten eingeladen werden. Tatsächlich kann der Hörsüchtige hier etwas lernen. (In englischer Sprache).

The Glass Cannon – Ein Rollenspiel-Podcast, der auf dem „Pathfinder“-Regelsystem basiert (Fantasy). Macher sind es deren fünf, und so unterschiedlich sie als Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Rollen, die sie im Spiel einnehmen. Der Podcast eignet sich nicht nur für langjährige Spieler sonder auch für Personen, die noch keine Erfahrungen mit Pen & Paper Rollenspielen haben. Mittlerweile existiert im Glass Cannon Universum ebenfalls eine Podcast-Serie zum „Starfinder“-Regelsystem (Science Fiction) namens „Androids and Aliens“. (In englischer Sprache).

Wizard and the Bruiser – Solltet ihr euch zu Themen wie Filme, Computer- und Konsolenspiele sowie Comic-Künstler hingezogen fühlen, dann seid ihr hier richtig. Ausgiebig und im Wochenrhythmus werden diese Themen hier behandelt. Die beiden Macher strahlen eine riesige Energie und Begeisterung für ihre liebsten Dinge aus und es macht einfach Laune zuzuhören. (In englischer Sprache).

Es war einmal ein Highway Killer

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Ich bin kein Fan von Nachrufen und Gejammere um verstorbene Stars, denn irgendwie erscheinen mir diese Personen aus Musik- und Filmbusiness zu abstrakt um als echte Menschen durchzugehen (obwohl sie das zweifellos sind). Selten, nur ganz selten, berührt mich der Tod einer Person von der Leinwand oder der Bühne eben doch – vor allem dann, wenn mir das Altern einer solchen Persönlichkeit nie wirklich auffiel. So geschehen mit dem letzten Freitag (19.07.2019) im Alter von 75 Jahren verstorbenen Rutger Hauer. Und plötzlich wird mir bewusst, in wie vielen meiner liebtsten Filme der Schauspieler doch mitwirkte.

Rutger … du warst die unvergesslichste künstliche Lebensform (Blad Runner), der tragischste Ritter und Captain an Michelle Pfeiffers Seite (Ladyhawke), der fieseste Ritter (Flesh + Blood), der unheimlichste Alptraum auf zwei Beinen (Hitcher), der heroischste Endzeitkämpfer in der wohl coolsten Sportart der Welt (The Blood of Heroes) und so vieles mehr. Ohne noch weitere Worte zu verlieren: du lebst in deinen Filmen weiter. Danke für die vielen schönen Stunden. R.I.P. Rutger Hauer.

Meine 3-Punkte-Regel

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Schon vor Jahren begann ich mich zu fragen, wie ich eigentlich darüber entscheide, ob ich ein Buch als gelungen oder als vertane Chance betrachte. Instinktiv weiß jeder/jede, was ihm/ihr gefällt oder nicht, aber dieses Empfinden etwas detaillierter auszudrücken, ist oft nicht einfach. Immerhin stellt ein Buch eine Art Spiegel dar, in dessen Geschichte man eigene Erfahrungen und Gedanken wortwörtlich spiegelt – das kann verwirrend, wenn nicht sogar aufwühlend oder gar rätselhaft sein. Der Leser versetzt sich sozusagen selbst in die Geschichte, was den Spiegelneuronen in unserem Gehirn Futter gibt und eine Art von Lernprozess entfacht (als Einstiegslektüre zum Thema der Spiegelneuronen kann ich Joachim Bauers Sachbuch „Warum ich fühle, was du fühlst“ empfehlen). Nach langjähriger Übung, Eingeständnissen an mich selbst und etlichen Diskussionen mit Freunden, Bekannten und Unbekannten (z.B. in Foren) kann ich eine Geschichte immer besser in ihre Einzelteile zerpflücken und herausfinden, was mir gefällt und was nicht.

Trifft man allerdings einen Bekannten und will sich beispielsweise während der kurzen Zugfahrt zur Arbeit ein wenig über „Wilde Schafsjagd“ von Haruki Murakami unterhalten, kann man niemandem einen Monolog von der Länge einer Präsidentschaftsrede zumuten. Daher kam ich irgendwann auf eine vereinfachte Version meiner vielen Gedankengänge zu Büchern, die auf drei zu bewertenden Punkten beruht: meine persönliche 3-Punkte-Regel für die Literatur. Diese drei Hauptthemen, um es etwas treffender auszudrücken, stellen eine komprimierte und zusammengefasste Form vieler Ideen und Gedanken dar. Empfinde ich nur einen Punkt als gelungen, fällt das Buch bei mir komplett durch. Bücher, die in zwei Punkten auftrumpfen, halte ich für lesenswert. Hat der Autor sogar in allen drei Punkten mein Wohlwollen gefunden, dann halte ich gerade ein Kleinod in Händen, das ich nie wieder vergessen werde.

Und das wären die drei zu beurteilenden Punkte:

Nummer 1: Das Werkzeug oder besser gesagt Sprache und Stil des Autors. Ist das Werkzeug schlecht, dann transportiert es die Inhalte ebenfalls schlecht. Stellen Sie sich ein Steakmesser vor, dessen Klinge stumpf ist. Das zerstört den Genuss des besten Steaks, weil es schnell kalt wird und Sie noch immer keinen Bissen im Mund haben.

Nummer 2: Die eigentliche Geschichte. Interessiert Sie die Geschichte nicht, dann lassen Sie sich auch nicht voll und ganz darauf ein, Sie sind gedanklich nicht bei der Sache und kriegen nur die Hälfte mit.

Nummer 3: Die Charaktere. Sie erlauben es uns, in ihre Haut zu schlüpfen. Je einfacher dieser Prozess ist, desto schneller erleben wir die Geschichte mit und leiden und lieben mit den Figuren. Schwieriger wird es in der Science Fiction bei Außerirdischen, aber wenn der Autor seine Werkzeuge im Griff hat, dann meistert er auch diese Herausforderung.

Wie der Titel dieses Artikels schon sagt, handelt es sich hierbei lediglich um eine persönliche Beobachtung an mir selbst. Probieren Sie die 3-Punkte-Regel ruhig einmal aus, möglicherweise bereitet es Ihnen Spaß und Sie stellen Fragen an einen Roman, die Sie vorher nicht gestellt haben. Das kann manchmal ganz ernüchternd sein, ist aber immer interessant und sorgt für Überraschungen.

It’s ALIVE!!!

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Der Nachfolger des guten, alten „Horror Forums“ ist da und hört auf den etwas zugänglicheren Namen „Phantastische Literatur„! Lange zweifelte ich, ob die Schöpfer diese Geburt hinkriegen. Daher ohne Umschweife die schöne Nachricht: Sie haben es meiner persönlichen Meinung nach sogar hervorragend angepackt. Das neu geschlüpfte digitale Forumskind ist auf der technischen Seite schnell und sieht gut aus, es wirkt schlanker und übersichtlicher als das doch etwas betagte „HF“, und man fühlt sich einfach wohl. Bereits sind einige der alten Hasen anwesend und tauschen sich rege über Literatur und Film aus, und an neuen Usern mangelt es ebenfalls nicht. Ich drücke feste die Daumen.

Dies und das im Horrorland

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Dies und das 1 – Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Obwohl Anthologien seit langem schlechte Verkaufszahlen nachgesagt werden, bewies der Heyne Verlag wieder einmal Mut und veröffentlichte kürzlich eine Sammlung von Horror-Stories: „Flug und Angst“. Zusammengestellt wurde sie von keinem geringeren als Stephen King (und dem mir unbekannten Bev Vincent), was sicher hilfreich ist, wenn es um die Vermarktung geht. Thematisch dreht sich alles, wie der Titel schon klar macht, um die Möglichkeiten des Horrors beim Fliegen. Die Piloten in dieser unheimlichen Sammlung sind ein interessantes Gemisch aus Jung und Alt (respektive Tot). Als da wären: E. Michael Lewis, Arthur Conan Doyle, Richard Matheson, Ambrose Bierce, E. C. Tubb, Tom Bissell, Dan Simmons, Cody Goodfellow, John Varley, Joe Hill, David J. Schow, Ray Bradbury, Bev Vincent, Roald Dahl, Peter Tremayne, Stephen King, James Dickey. Liebe Leser … setzt ein Zeichen, kauft diese Anthologie und beweist den grossen Verlagen damit, dass die Horrorkurzgeschichte nicht tot und verrottet ist.

Dies und das 2 – Aus vertraulicher Quelle wurde mir berichtet, dass schon in den nächsten ein bis zwei Wochen ein Nachfolger des alten „Horror-Forums“ an den Start gehen soll: „Phantastik-Literatur.de“. Als ehemaliger User begrüsse ich diesen Neustart und wünsche mir, dass der Unternehmung viel Erfolg und eine Tonne Neufleisch (also Menschen und Zombies) vergönnt sind. Sobald ich Genaues weiss, werde ich davon berichten.

Dies und das 2.1 – Bekanntlich haben es Foren heutzutage ja oftmals schwer, um gegen die beliebten sozialen Netzwerke zu bestehen, die meiner Meinung nach nichts anderes als Meinungsmache und eitle Egowichserei sind. Umso erfreulicher, als dass noch ein weiteres der Phantastik gewidmetes Forum letztes Wochenende an den Start ging: „restricted-area.com„. Im Moment ist noch nicht abzusehen, wie es sich entwickeln wird, aber ich drücke auch diesem Forum die Daumen für eine rosige Zukunft.

Dies und das 3 – Zu guter Letzt noch ein Tip für Filmwütige mit ein paar freien Tagen: Vom 05.06.2019 bis zum 13.06.2019 findet in Neuenburg (Schweiz) wieder einmal das alljährliche Filmfestival NIFFF statt. Auch ich werde einige Tage dort verbringen und hoffentlich die eine oder andere cineastische Perle sichten können.