Die Anderen

Für eine Handvoll Podcasts

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Podcasts erfreuen sich seit ihrer Geburtsstunde vor etwas mehr als zehn Jahren einer immer grösseren Beliebtheit, Hörerschaft, thematischer Bandbreite und Professionalität. Ihre Vielfalt und Spielart wächst unermüdlich, was zu einem Meer aus Informationen führt, in das man zu jeder Tages- und Nachtzeit eintauchen kann. Sogar Hörspiele werden zuweilen als Podcast veröffentlicht, wenn auch oft zu Werbezwecken für teure Hörspiele. Daher ist es an der Zeit, euch meine drei Lieblinge einmal kurz vorzustellen. Wie immer stellt die Reihenfolge keine Rangordnung dar.

The Infinite Monkey Cage – Ein Wissenschafts-Podcast des BBC, der in gekürzter Form auch im Radio ausgestrahlt wird. Er wird von Physiker Brian Cox und Komödiant Robin Ince moderiert, was zu einem informativen und humorvollen Ganzen führt, das niemals langweilig wird. Jede Episode behandelt ein wissenschaftliches Thema, zu dem diverse Spezialisten eingeladen werden. Tatsächlich kann der Hörsüchtige hier etwas lernen. (In englischer Sprache).

The Glass Cannon – Ein Rollenspiel-Podcast, der auf dem „Pathfinder“-Regelsystem basiert (Fantasy). Macher sind es deren fünf, und so unterschiedlich sie als Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Rollen, die sie im Spiel einnehmen. Der Podcast eignet sich nicht nur für langjährige Spieler sonder auch für Personen, die noch keine Erfahrungen mit Pen & Paper Rollenspielen haben. Mittlerweile existiert im Glass Cannon Universum ebenfalls eine Podcast-Serie zum „Starfinder“-Regelsystem (Science Fiction) namens „Androids and Aliens“. (In englischer Sprache).

Wizard and the Bruiser – Solltet ihr euch zu Themen wie Filme, Computer- und Konsolenspiele sowie Comic-Künstler hingezogen fühlen, dann seid ihr hier richtig. Ausgiebig und im Wochenrhythmus werden diese Themen hier behandelt. Die beiden Macher strahlen eine riesige Energie und Begeisterung für ihre liebsten Dinge aus und es macht einfach Laune zuzuhören. (In englischer Sprache).

Es war einmal ein Highway Killer

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Ich bin kein Fan von Nachrufen und Gejammere um verstorbene Stars, denn irgendwie erscheinen mir diese Personen aus Musik- und Filmbusiness zu abstrakt um als echte Menschen durchzugehen (obwohl sie das zweifellos sind). Selten, nur ganz selten, berührt mich der Tod einer Person von der Leinwand oder der Bühne eben doch – vor allem dann, wenn mir das Altern einer solchen Persönlichkeit nie wirklich auffiel. So geschehen mit dem letzten Freitag (19.07.2019) im Alter von 75 Jahren verstorbenen Rutger Hauer. Und plötzlich wird mir bewusst, in wie vielen meiner liebtsten Filme der Schauspieler doch mitwirkte.

Rutger … du warst die unvergesslichste künstliche Lebensform (Blad Runner), der tragischste Ritter und Captain an Michelle Pfeiffers Seite (Ladyhawke), der fieseste Ritter (Flesh + Blood), der unheimlichste Alptraum auf zwei Beinen (Hitcher), der heroischste Endzeitkämpfer in der wohl coolsten Sportart der Welt (The Blood of Heroes) und so vieles mehr. Ohne noch weitere Worte zu verlieren: du lebst in deinen Filmen weiter. Danke für die vielen schönen Stunden. R.I.P. Rutger Hauer.

It’s ALIVE!!!

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Der Nachfolger des guten, alten „Horror Forums“ ist da und hört auf den etwas zugänglicheren Namen „Phantastische Literatur„! Lange zweifelte ich, ob die Schöpfer diese Geburt hinkriegen. Daher ohne Umschweife die schöne Nachricht: Sie haben es meiner persönlichen Meinung nach sogar hervorragend angepackt. Das neu geschlüpfte digitale Forumskind ist auf der technischen Seite schnell und sieht gut aus, es wirkt schlanker und übersichtlicher als das doch etwas betagte „HF“, und man fühlt sich einfach wohl. Bereits sind einige der alten Hasen anwesend und tauschen sich rege über Literatur und Film aus, und an neuen Usern mangelt es ebenfalls nicht. Ich drücke feste die Daumen.

Dies und das im Horrorland

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Dies und das 1 – Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Obwohl Anthologien seit langem schlechte Verkaufszahlen nachgesagt werden, bewies der Heyne Verlag wieder einmal Mut und veröffentlichte kürzlich eine Sammlung von Horror-Stories: „Flug und Angst“. Zusammengestellt wurde sie von keinem geringeren als Stephen King (und dem mir unbekannten Bev Vincent), was sicher hilfreich ist, wenn es um die Vermarktung geht. Thematisch dreht sich alles, wie der Titel schon klar macht, um die Möglichkeiten des Horrors beim Fliegen. Die Piloten in dieser unheimlichen Sammlung sind ein interessantes Gemisch aus Jung und Alt (respektive Tot). Als da wären: E. Michael Lewis, Arthur Conan Doyle, Richard Matheson, Ambrose Bierce, E. C. Tubb, Tom Bissell, Dan Simmons, Cody Goodfellow, John Varley, Joe Hill, David J. Schow, Ray Bradbury, Bev Vincent, Roald Dahl, Peter Tremayne, Stephen King, James Dickey. Liebe Leser … setzt ein Zeichen, kauft diese Anthologie und beweist den grossen Verlagen damit, dass die Horrorkurzgeschichte nicht tot und verrottet ist.

Dies und das 2 – Aus vertraulicher Quelle wurde mir berichtet, dass schon in den nächsten ein bis zwei Wochen ein Nachfolger des alten „Horror-Forums“ an den Start gehen soll: „Phantastik-Literatur.de“. Als ehemaliger User begrüsse ich diesen Neustart und wünsche mir, dass der Unternehmung viel Erfolg und eine Tonne Neufleisch (also Menschen und Zombies) vergönnt sind. Sobald ich Genaues weiss, werde ich davon berichten.

Dies und das 2.1 – Bekanntlich haben es Foren heutzutage ja oftmals schwer, um gegen die beliebten sozialen Netzwerke zu bestehen, die meiner Meinung nach nichts anderes als Meinungsmache und eitle Egowichserei sind. Umso erfreulicher, als dass noch ein weiteres der Phantastik gewidmetes Forum letztes Wochenende an den Start ging: „restricted-area.com„. Im Moment ist noch nicht abzusehen, wie es sich entwickeln wird, aber ich drücke auch diesem Forum die Daumen für eine rosige Zukunft.

Dies und das 3 – Zu guter Letzt noch ein Tip für Filmwütige mit ein paar freien Tagen: Vom 05.06.2019 bis zum 13.06.2019 findet in Neuenburg (Schweiz) wieder einmal das alljährliche Filmfestival NIFFF statt. Auch ich werde einige Tage dort verbringen und hoffentlich die eine oder andere cineastische Perle sichten können.

Die Sache mit den King-Verfilmungen

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Nicht zehn, nicht hundert, auch nicht tausend Schreibwütige und Fans haben ihre Meinung zu Verfilmungen von Geschichten aus der Feder Stephen Kings hinausgeschrien und geschrieben. Nein, es müssen Hundertausende, wenn nicht gar Millionen, sein. Und plötzlich überkommt mich das Bedürfnis, jetzt auch meinen Senf dem Sermon aufzuschmieren. Ist das wichtig, ist das nötig? Keine Ahnung, trotzdem mache ich’s hiermit offiziell. Der Grund ist so banal wie unspektakulär … ich habe mir aus einer Laune heraus in den letzten Wochen drei King-Verfilmungen aus dem Jahr 2017 noch einmal zur Brust genommen: „It“ (Teil 1), „1922“ und „The Dark Tower“. Und was ich schon vor langer Zeit im Bezug auf King-Verflimungen dachte, bestätigte sich aufs Neue: Meistens gerät die Sache in gefährliche Schieflage. Natürlich ist das nur meine persönliche Meinung, somit sind Drohbriefe und verletzte Gefühle nichts anderes als Verschwendung von Papier und guter Laune.

Aber keine Angst, lieber Leser, denn dein Wohlergehen liegt mir sehr am Herzen. Das wird jetzt keine Analyse in akademischem Kauderwelsch, nach der einem der Kopf schwirrt, als hätten blutgeile Hornissen eine Treibjagd darin veranstaltet. Es ist bloß eine lose Sammlung von Gedanken eines Film-, Horror- und Literaturliebhabers. Ich gebe keine Garantien, weder für Vollständigkeit noch für die eine große Erkenntnis. Und ich gehe schamlos davon aus, dass Sie die erwähnten Filme bzw. Bücher kennen. Also gut …

Das Hauptproblem bei Verfilmungen von King-Stoffen zeigt sich für mich immer dann am deutlichsten, wenn sich Regisseur, Drehbuchautor und/oder Produzent zu sklavisch an die schriftliche Vorlage zu halten versuchen. Das kann gar nicht gutgehen, funktionieren verschiedene Medien doch nach unterschiedlichen dramaturgischen Regeln. Um das zu begreifen, braucht es keinen Hochschulabschluss. Ein Film dauert zwei Stunden, an einem Buch liest man zwanzig Stunden. Die Beziehungen, die man dadurch zu Themen, Figuren, Handlungsfäden, Schauplätzen und anderem aufbaut, bekommen je nach Medium ganz unterschiedliche Gewichtungen. Gerade das Bewusstsein dafür bildet die Grundlage, wie eine Geschichte erzählt werden muss, um einen bestimmten Effekt zu erzielen. Trotzdem wird das öfter, als einem lieb ist, einfach ignoriert (die Gründe dafür sind ein anderes Thema, für dessen Ergründung hier kein Platz ist).

Bei der Übertragung von einem ins andere Medium bedarf es eines Meisters wie z.B. Stanley Kubrick. Er verstand es 1980, den Kern und die Essenz von „Shining“ (der erwachende Wahnsinn, die Beklemmung und das Grauen im eingeschneiten Berghotel) perfekt in eine andere Form zu verwandeln. Um das zu erreichen, veränderte er unter anderem die Charaktere, so dass sie im Film funktionieren. Am stärksten traf es Wendy Torrance, die Ehefrau vom irrsten aller Irren, Jack Torrance (danke, Jack Nicholson, für diese einzigartige Darbietung). King, dem die Integrität seiner Charaktere schon immer sehr am Herzen lag, betrachtet den Film deswegen als gescheitert, und ich halte diesen Tunnelblick für traurig. Denn meiner Meinung nach handelt es sich bei „Shining“ um ein cineastisches Meisterwerk, das wie kein anderes Kings Themen einfängt und auf den unbedarften Zuschauer loslässt. Wer sich für die Hintergründe der „Shining“-Verfilmung interessiert, dem kann ich wärmstens die Dokumentation „Room 237“ empfehlen.

Welche King-Verfilmungen halte ich noch für grandios umgesetzt? „Carrie“ (Brian de Palma), „The Dead Zone“ (David Cronenberg), „Christine“ (John Carpenter) und „Stand by me“ (Rob Reiner). Natürlich ist die Aufzählung subjektiv, aber für mich ist deutlich, dass ich Umsetzungen mag, denen begabte Regisseure ihren eigenen Stempel aufgedrückt haben. Da kommt mir in den Sinn, dass ich zwei persönliche Favoriten beinahe vergessen hätte, nur dass deren Außerordentlichkeit Schauspielern zuzuschreiben ist: „Secret Window“ mit Johnny Depp und „Running Man“ mit Arnold Schwarzenegger. Daneben gibt es einige Verfilmungen, die durchaus unterhalten und OK sind, aber eben keinen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Und faule Gurken … oh, faule Gurken gibt es derer viele. Aber über diese breiten wir das Leichentuch des Schweigens.

Wie steht es nun um die drei eingangs erwähnten Filmen aus dem Jahr 2017? „The Dark Tower“ scheitert meines Erachtens daran, dass die epische Größe des Universums um den Dunklen Turm nicht im Geringsten eingefangen wird. Die Schauspieler sind toll, die Effekte auch, aber damit hat es sich auch schon. Das ganze leidet in dieser Form am „kleine-Welt-Syndrom“, wie ich es gerne nenne. Die Welt geht vor die Hunde, aber alles dreht sich um die angebliche Tragödie von zwei Jungs, die sich in melodramatischer TV-Meistermanier die Visagen mit Ziegelsteinen und Stahlbürsten polieren. Ganz so, als ob nur das von Gewicht wäre. Den gleichen Schwachsinn verkaufen uns auch die modernen Superheldenfilme. Zehntausende Leute krepieren so ganz nebenbei, aber die Geschichte dreht sich um den Hulk, dem die Hosen nicht mehr passen, und das ist dann von weltbewegender Wichtigkeit. Kommen wir zum ersten Teil der Neuverfilmung von „It“. Sehr kreativ umgesetzt, wiederum mit hervorragenden Schauspielern besetzt. Aber das ganz spezielle, intensive Coming-of-Age-Feeling der literarischen Vorlage vermochte der Film für mich nur ansatzweise einzufangen. Dabei ist es gerade dieses spezielle Gefühl, das die Basis bildet, auf der das Drama um die Gruppe von Freunden im Kampf gegen die übernatürliche Macht mit der Clownfresse aufgebaut ist. „1922“ halte ich für den besten der drei Kandidaten. Die Geschichte um einen Farmer, der gemeinsam mit seinem Sohn die Ehefrau ermordet, um das Farmland zu behalten, brilliert durch das ruhige, trotzdem spannende Schauspiel von Thomas Jane in der Rolle besagten Farmers. Es geht um Schuld und wie sich diese Schuld in einen Alptraum verwandelt. Was dem Film fehlt, ist die eigene Handschrift des Regisseurs. Außerdem wurde die Geschichte in variierender Form schon oft erzählt, was die Handlung voraussehbar macht. Trotzdem sehenswert.

Und jetzt beginnt das Warten, auf die Umsetzung von „The Talisman“ … wenn sie denn noch irgendwann das Licht der Welt erblicken sollte.

Falls ihr Lust habt, hinterlasst in der Kommentarspalte eure Lieblingsverfilmung von Meister King und weshalb sie das ist. Ich würde mich darüber freuen.

Zwei Neuzugänge

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Endlose Listen von Links mag ich nicht – sie sind unübersichtlich und ermüdend, führen daher zu nichts, das irgendwie sinnvoll wäre. Ich halte es lieber klein und fein und verlinke zu Homepages, die es meines Erachtens nach wert sind, dass man ein Auge (oder auch zwei) auf sie wirft. Hin und wieder entferne ich einen Link, wenn es jemand einfach nicht anders verdient, als dass man ihn übersieht. Fast fühlt es sich wie das Spielen mit Legosteinen an.

Ein Mann, der gehört werden muss, ist Jim Sterling, der seit Jahren die Gemüter erhitzt. Er ist freiarbeitender Videospiel Journalist, Kritiker und – man höre und staune – auch als Persönlichkeit im Wrestlingzirkus bekannt. Vor allem kritisiert er regelmässig die schamlosen Methoden der grossen Videospielgiganten, um immer noch mehr Kohle zu scheffeln (Loot Boxes, Glücksspielmechaniken, ect.) und dabei die scheinheilige Maske der Rechtschaffenheit zu tragen.

Weiterhin habe ich zum Luzifer Verlag verlinkt, der in den letzten Jahren einen immer spannenderen Autorenreigen um sich scharte. Die Tatsache, dass mehr und mehr Romane von Robert McCammon, Tim Curran und Greg F. Gifune erscheinen, hat mich schliesslich überzeugt. Ich hebe das Glas zum Trinkspruch! Auf dass du, Luzifer, uns noch mit vielen tollen Büchern beschenken wirst!