Die Anderen

Zwei Neuzugänge

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Endlose Listen von Links mag ich nicht – sie sind unübersichtlich und ermüdend, führen daher zu nichts, das irgendwie sinnvoll wäre. Ich halte es lieber klein und fein und verlinke zu Homepages, die es meines Erachtens nach wert sind, dass man ein Auge (oder auch zwei) auf sie wirft. Hin und wieder entferne ich einen Link, wenn es jemand einfach nicht anders verdient, als dass man ihn übersieht. Fast fühlt es sich wie das Spielen mit Legosteinen an.

Ein Mann, der gehört werden muss, ist Jim Sterling, der seit Jahren die Gemüter erhitzt. Er ist freiarbeitender Videospiel Journalist, Kritiker und – man höre und staune – auch als Persönlichkeit im Wrestlingzirkus bekannt. Vor allem kritisiert er regelmässig die schamlosen Methoden der grossen Videospielgiganten, um immer noch mehr Kohle zu scheffeln (Loot Boxes, Glücksspielmechaniken, ect.) und dabei die scheinheilige Maske der Rechtschaffenheit zu tragen.

Weiterhin habe ich zum Luzifer Verlag verlinkt, der in den letzten Jahren einen immer spannenderen Autorenreigen um sich scharte. Die Tatsache, dass mehr und mehr Romane von Robert McCammon, Tim Curran und Greg F. Gifune erscheinen, hat mich schliesslich überzeugt. Ich hebe das Glas zum Trinkspruch! Auf dass du, Luzifer, uns noch mit vielen tollen Büchern beschenken wirst!

Ein Forum verschwindet

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Gestern stellte ich erstaunt fest, dass das beliebte Horror-Forum.com nach 16 Jahren die Pforten geschlossen hat. Einfach so, über Nacht, verschwand es spurlos in irgendeinem Friedhof des WWW’s und wurde zu einem Internet-Geist. Ich war selbst langjähriges Mitglied und werde es vermissen, denn es bot vielen Literaturfans ein Zuhause, ermöglichte kleinen Verlagen, ihre Bücher zu bewerben, zu besprechen und dadurch zusätzliche Verkäufe zu erwirtschaften. Zudem fanden eine Menge Diskussionen zwischen Autoren und Lesern statt. Und in ihm wurde auch die Idee des Vincent Preis geboren. Das mag nostalgisch klingen, ist auch nostalgisch und daher etwas positiver eingefärbt, als die Realität wahrscheinlich war. Denn das Horror-Forum spürte schon seit Jahren den Trend, dass immer mehr User zu Sozialen Netzwerken wechselten. Das hielt und halte ich für äusserst schade, finden auf besagten Netzwerken doch keine richtigen Diskussionen statt. Viel eher geht es dort um Werbung, Selbstdarstellung und meist ziemlich kurzsichtige Meinungsmache.

Was nun? Wo sucht sich der Liebhaber phantastischer Literatur ein neues Zuhause? Ich weiss es nicht. Das muss sich erst noch herauskristallisieren. Auf eine gewisse Weise, heisse ich es willkommen, nicht mehr jeden oder jeden zweiten Tag in ein Forum schauen zu müssen (ein selbstauferlegtes ‚müssen‘), aber dann ist da auch die Tatsache, dass ich auf so manche interessante Nachwuchsautoren eben gar nicht aufmerksam geworden wäre, hätte es das Horror-Forum nicht gegeben. Egal, die Welt geht davon nicht unter, es gibt lediglich einen Daten-Geist mehr, der eine zeitlang in den Köpfen herumspuken wird, bis sich irgendwann keiner mehr daran erinnert. Dies ist der Lauf der Dinge. Aber bevor das geschieht will ich noch sagen/schreiben: Danke, liebes Horror-Forum. Du warst mir ein manchmal schwieriger aber auch guter Freund. Ich werde dich wirklich vermissen. R.I.P.

Neuer Stoff für die Lauscher (der über 40-jährigen)

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kassetteSo einige Hobbies gingen schleichend und stillschweigend verloren, als wir den Kinder- und Jugendtagen der 70er bzw. 80er entwuchsen … davon kann wohl jeder ein Liedchen singen. Und mit dem darauffolgenden Eintritt in die Teenagerjahre wurde es erst so richtig wild, denn dann rissen wir gleich alle Brücken hinter uns nieder, galt es doch in erster Linie cool, aufgeschlossen und nach vorne orientiert zu sein. Wir hatten begriffen, wie der Hase läuft – oder glaubten es zumindest. Der eine wurde zum Rebell und Künstler, der andere zum Möchtegern-Intellektuellen oder Philosophen … irgendwie niedlich und voller beeindruckender Pläne waren wir alle in jenen fernen, wunderbaren Jahren.

Eines der besagten zurückgelassenen Hobbies sind Hörspiele, damals noch auf Tape. Jeder kennt sie, jeder hörte sie (oft heimlich). Für die Kleinen waren die Helden ‚TKKG‘, ‚Die drei ???‘, ‚Die 5 Freunde‘, ‚Benjamin Blümchen‘, ‚Pinocchio‘, Alf und so manche mehr. Für die schon etwas reiferen – wenn man in diesem Alter denn von Reife sprechen kann – gab es die atemberaubenden Serien von H.G. Francis. Besonders gerne erinnere ich mich an die ‚Horror‘-Serie und ‚Commander Perkins‘ mit denen ich Hunderte von Stunden verbrachte. Und dann waren sie plötzlich alle weg, wie ausgelöscht und vom Erdboden getilgt. Ohne dass wir wussten wie es kam, drehte sich plötzlich kein Gedanke mehr um die einst so geliebten Kassetten, die nur noch in irgendwelchen Regalen Staub ansetzten oder bereits in den Keller oder die Tonne gewandert waren. Grausam waren wir zu unseren Freunden auf Tape … allerdings ohne böse Gedanken. Der Lauf der Dinge trieb uns einfach unaufhörlich in Richtung des viel zu steifen, lustlosen Erwachsenenalters.

Und hier nun sitze ich vor dem Computer, und ich muss euch mit Freude gestehen, dass ich es dank einem Freund wiederentdeckt habe, mein altes Hobby. Nicht ‚Benjamin Blümchen‘ oder ‚Bibi Blocksberg‘ klingen hier und heute aus den Lautsprechern, dafür neu produzierte Hörspiele für Erwachsene. Keine 40 minütigen Episoden mehr, sondern zuweilen 10 stündige epische Werke, die oftmals so aufwendig wie Filme produziert sind. Die Geräuschkulissen und Sprecher sind filmreif, die Dramaturgie und Spannung zum zerreissen intensiv. Aus jedem Genre finden sich Hörspiele: Thriller, Horror, SF, Krimi, historische Werke, nostalgische Kindergeschichten, Umsetzungen bekannter Romane und Klassiker. Die Liste ist lang und wird immer länger, zumal sich eine riesige internationale Szene gebildet hat. Als besonders empfehlenswert erachte ich ‚Monster 1983‘ von dem es bisher zwei jeweils 10 stündige Staffeln gibt (die dritte kommt noch dieses Jahr). Kleinstadthorror ist angesagt, der stark an literarische und cineastische Horror-Klassiker der 80er Jahre erinnert (vor allem Stephen King). Dann wäre da noch die Serie ‚Glashaus‘ (2 Staffeln zu je 10 Stunden), die stark an die TV-Serie ’24‘ erinnert und sich mit Computerterror befasst. Oder ‚Jonah‘ (3 Staffeln), ein insgesammt etwa 27 stündiges Hörspieljuwel, das auf dem Roman ‚Der König der purpurnen Stadt‘ von Rebecca Gablé basiert. Es findet sich für jeden etwas.

Und wenn ihr über 40-jährigen jetzt noch nicht wieder angefixt seid, dann seid ihr wahrlich nicht mehr zu retten. Gute Nacht.

Gegen jede Regel

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Golkonda‚Gegen jede Regel‘ … klingt wilder als es ist. Tatsächlich habe ich es mir zur Regel gemacht, keine Werbeflut für Verlage auf meiner Homepage zu veranstalten, aus dem einfachen Grund, weil dies wichtigeren Artikeln über mich und mein eigenes Werk die Aufmerksamkeit des Publikums streitig machen würde . Und da das Internet ohnehin übervoll mit Werbung, Empfehlungen, Top Ten Listen für jeden Quatsch und anderem Zeit tötenden Mist ist, will ich in den Kanon nicht auch noch einsteigen.

Warum ich meine Regel für einmal doch breche, ist einfach: Ich halte den GOLKONDA VERLAG für den seit langem interessantesten, mutigsten und genreoffensten Verlag. Da finden sich Romane, Novellen, ja sogar heute rar gewordene Kurzgeschichtenbände der Genres Science Fiction, Fantasy, Horror … aber auch Ausrichtungen, die nicht in die genannen Schubladen passen. Neuauflagen alter Bücher gibt es, Übersetzungen von bisher nicht in deutscher Sprache erschienenen Geschichten, usw. Dabei wird primär nicht darauf geachtet, ob das kommerziell vielversprechend ist, sondern ob die Qualität des Gebotenen hoch ist. Und da sie genau das ist, verkaufen sich selbst die für gewöhnlich problematischen Kurzgeschichtenbände sehr gut. Golkonda ist – um es in einfachen Worten zu sagen – zu einer Instanz geworden, der ich blind vertraue, und das ist eine aussergewöhnliche Qualität. Wer mehr dazu wissen will, dem empfehle ich ein aktuelles Interview mit Hannes Riffel, dem Kopf hinter dem GOLKONDA VERLAG. Zu finden ist das von Michael Schmidt geführte Interview HIER.

Sämtliche Empfehlungen aus dem Verlagsprogramm auszusprechen, würde den Rahmen dieses Eintrags bei weitem sprengen, denn ich müsste ganz einfach jedes einzelne Buch nennen. Für mich DIE Neuentdeckung schlechthin ist aber Ted Chiang, dessen beiden Kurzgeschichtenbände ‚Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes‘ und ‚Das wahre Wesen der Dinge‘ ich wärmstens jedem empfehlen kann, der offen für philosophische Geschichten im Science Fiction Gewand ist. Kopf einschalten und abtauchen!