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Dann wäre da noch die Sache mit den Ratings

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Jeder kennt sie, viele benutzen sie bewusst, und wenn Herr bzw. Frau ‚X‘ das nicht tut, dann werden sie auf jeden Fall unterbewusst bei Konsumentscheidungen von ihnen beeinflusst: Ratings. Oder auf gut Deutsch: Bewertungen. Ich schreibe hier aber nicht von professionellen Bewertungen durch Journalisten oder ausgebildetes Fachpersonal, das ein Produkt auf Herz und Nieren testet bis es förmlich in seine Bestandteile zerfällt, sondern von Privatpersonen, die ihrem persönlichen Eindruck eines Dinges mittels Sternen oder Punkten auf Plattformen wie Amazon, LovelyBooks, IMDB oder vielen anderen Form verleihen.

Dieser persönliche Eindruck (und das ist sicher allen klar) hat nur bedingt mit der wirklichen Qualität eines Buches, einer Kettensäge, eines Filmes oder einer Zahnbürste zu tun, sondern bildet das Ergebnis einer persönlichen Rechnung aus Informationen diverser Ursprünge. Sicher, einige Kriterien davon beziehen sich tatsächlich auf die eigentliche Sache – etwa die Wortgewandtheit eines Autors, die Kratzfähigkeit einer Stahlbürste, die Materialqualität und Langlebigkeit eines Werkzeugs oder die schauspielerischen Fähigkeiten eines Darstellers. Weitaus öfter als man meint, kommen aber an erster Stelle enttäuschte oder erfüllte Erwartungen mit ins Spiel der Beurteilung. Und diese verändern die Gesamtwahrnehmung maßgeblich. Das führt dann dazu, dass Produkte besser oder schlechter, auf jeden Fall aber anders, bewertet werden, als dass es eigentlich korrekt wäre.

Dass die Addition solcher persönlicher Bewertungen von mehreren Dutzend, manchmal sogar mehreren hundert Personen letztendlich kein klares Bild abgeben kann, versteht sich von selbst. Schließlich sind meine Empfindungen und Erwartungen, die ich an ein Produkt stelle, nicht die deinen. Aus diesem Grund habe ich schon vor längerer Zeit damit begonnen, in die Bewertungs-Historien von Hobby-Kritikern zu gucken, um mir anzuschauen, was Person ‚X‘ beispielsweise im ganzen letzten Jahr so gelesen hat. Je größer die Kenntnis verschiedener Kritiken von ein und demselben Menschen, desto besser die Entschlüsselung und das Verständnis einer einzelnen Bewertung. Und genau hier erlebe ich seit mehreren Monaten immer wieder aufs Neue Überraschungen.

Immer öfter nämlich stelle ich fest, dass es Menschen gibt, die Produkte ausschließlich mit dem Maximum bzw. Minimum bewerten. Also 1 oder 5 Sterne resp. 1 oder 10 Sterne … je nach Skala. Nichts dazwischen außer der Leere fehlender Zwischentöne. Die Welt dieser Leute scheint auf den ersten Blick schwarz oder weiß zu sein. Gut oder böse. Dinge sind existent oder nicht-existent, richtig oder falsch. Als gäbe es keine Abstufungen, keine Nuancen oder andere akzeptierte Perspektiven, dabei weiß doch (hoffentlich) jeder, dass alles eine endlose Ansammlung an Grautönen ist. Oft geht es in solchen Bewertung eben gar nicht darum, ein Produkt fair auf seine Stärken und Schwächen zu testen und dementsprechend zu kritisieren. Viel eher geht es darum, dass hier oftmals bewusst Manipulation betrieben wird – vor allem von Fans, die ihren Liebling auf Biegen und Brechen glorifizieren wollen. Die Konkurrenz wird dabei im gleichen Atemzug niedergemacht. Und dass das niemandem außer dem eigenen hochgewichsten Ego etwas bringt, wird selbstverständlich ignoriert.

Darum mein Appell an euch: Lasst Verstand walten und bewertet fair und detailliert. Damit helft ihr anderen Interessierten, die echte und damit nützliche Information suchen. Ein Ding kann durchaus Schwächen (sogar viele Schwächen) haben und als Gesamtprodukt immer noch verdammt viel Spaß machen.

Ein kurzes Update

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Heute habe ich ein Widget in die Seite eingepflanzt, das zeigt, was ich zur Zeit so lese. Da auch ich mit dem üblichen Zeitmangel zu kämpfen habe, werden die Informationen darin sicher nicht minutiös geupdatet. Aber der interessierte Leser findet möglicherweise hin und wieder etwas, das ihn selbst neugierig macht. Aktuell handelt es sich um die 2010 bei Festa erschienene und längst vergriffene Novelle ‚Die Kannibalen von Candyland‘ von Bizarro-Meister Carlton Mellick III. Seine grossartige Kurzgeschichte ‚Porno im August‘ kenne ich aus der Anthologie ‚Necrophobia 3‘, ebenfalls aus dem Hause Festa. Da hoffe ich doch sehr, dass die Novelle genau so abgedreht und surreal ist.

Weiterhin habe ich in den Blogroll zwei Verlagsseiten aufgenommen, die es wert sind, dass man sie verlinkt. Zum einen wäre da die ‚Edition Phantasia‘ von Joachim Körber, zum anderen ‚Emmerich Books& Media‘, bei denen schon bald die Neuauflage von ‚Begegnung mit Skinner‘ erscheinen wird. Und das wär’s für heute auch schon wieder.

„Fantasy Basel“

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Fantasy BaselIch hätte nicht gedacht, dass das nochmal passieren würde, aber endlich haben wir hier in der Schweiz auch unsere Fantasy-Messe! Kommende Woche, genauer gesagt vom 14.5.2015 bis zum 16.5.2015, findet in Basel zum allerersten Mal die ‚Fantasy Basel‘ statt. Den Link findet ihr HIER! Geboten werden ein Gemisch aus Konsolenspielen, Cosplay, Walking Acts (was ganz danach aussieht, als ob die Ghostbusters, Darth Vader und Co sich der Öffentlichkeit zeigen) und fantastische Kunst im weitesten Sinne. Das Programm verrädt auch, dass es Lesungen geben soll und an die 100 Stände von Herstellern und Publishern für u.a. Brettspiele werben. Ich hoffe mal, dass auch aus dem weiten literarischen Umfeld der eine oder andere Verlag oder Autor anwesend sein wird … wir werden sehen.

Ein Bisschen Geschichte verschwindet

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SchuppenIn der Nähe der Wohnsiedlung, in der ich lebe, stand seit Menschen gedenken ein maroder, zerfallener Schuppen, der älter als die Menschheit zu sein schien. Entdeckt hatte ich ihn irgendwann, als ich vor über 30 Jahren noch zur Schule ging und mir in meiner kindlichen Fantasie ausmalte, welche ungeheuerlichen Vorgänge sich im Innern wohl abspielen mochten. Den Mut, einmal hineinzuschauen, hatte ich – wie auch viele andere Schulfreunde – nicht, und so blieb die Wahrheit ein Geheimnis. Aber was ist schon die Wahrheit gegen Hexen, entflohene Mörder, Geister und verborgene Laboratorien des Militärs unter diesem Schuppen, der natürlich nur Tarnung war!

Jetzt, so viele Jahre später, wurde dieser herrlich mysteriöse Ort Opfer einer Sanierung des kleinen Strässchens, an dem er stand. Weder weiss ich, wem dieses Bauwerk eigentlich gehörte, noch wie es tatsächlich im Innern aussah. Ich bin mir aber sicher, dass die etwas Mutigeren unter uns Schulkindern damals im Innern heimlich an ihrer ersten Flasche Bier genuckelt hatten, vielleicht das erste mal den Mut fassten, mit zittrigen Fingern unter das T-Shirt der Freundin zu greifen oder einfach nur in gemütlichem Beisammensein über Superhelden, Wrestling und ‚Die drei ???‘ quatschten. Ein kleines Bisschen Geschichte ist von heute auf morgen verschwunden, und nur wenige werden sich daran erinnern. Mir aber bleibt dieses gedrängte, düstere Gebäude für immer als ungelöstes Geheimnis erhalten. Und früher oder später werde ich ihn einmal in einer Geschichte oder einem Roman einbauen.

Tschüss Schuppen … du warst ein fremdartiger, bedrohlicher, aber auch guter Freund!

NIFFF 2014

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Wie jedes Jahr reiste ich auch 2014 wieder mit Freunden nach Neuchâtel, dieser am Neuenburgersee gelegenen Stadt, die um so vieles ruhiger ist als das hektische Zürich. Weniger Menschen beleben hier die Strassen, weniger Lärm erfüllt die Luft. Eine Gemächlichkeit liegt über allem – Menschen und mediterran anmutende Gebäude in Hafennähe -, die zuweilen fast unnatürlich wirkt. Ja, hier könnte ich leben, wenn ich nur besser Französisch sprechen würde, aber es geht auch so. Mittels Deutsch, Englisch und einiger in der Schule gelernten Brocken Französisch schlagen ich und meine drei Kumpels uns tapfer durch, bekommen unsere Zimmer im Hotel, bestellen Pizzen, Thaifood, tonnenweise Crêpes und natürlich den begehrten Festivalpass.

Wer es nicht kennt: NIFFF steht für ‚NEUCHÂTEL INTERNATIONAL FANTASTIC FILM FESTIVAL‘. Seit dem Jahr 2000 wird dieser cineastische Anlass jährlich durchgeführt (mit Ausnahme von 2001) und bietet jedes Mal eine interessante wie gelungene Mischung aus Horror, SF, Fantasy und asiatischem Kino, wobei hin und wieder auch Filme gezeigt werden, die keiner der genannten Kategorien zugeschrieben werden können. Hier wird alles andere als öder Hollywood-Mainstream gezeigt, und das zuweilen ein Jahr vor Veröffentlichungen im regulären Kino oder auf DVD, bzw. Blu Ray. Während acht Tagen sahen wir 23 Filme, für mehr reichte die Zeit leider nicht aus, aber auch so gab es wieder Hervorragendes zu sehen. Freuen könnt ihr euch vor allem auf die Horror-Komödie ‚What we do in the shadows‘, eine Pseudo-Dokumentation über eine Gruppe Vampire. Ein ausgezeichnetes Drehbuch, eine wunderschöne Ausstattung, grossartige Dialoge und Schauspieler, die förmlich in ihren Rollen aufblühen, zeichnen den Film aus. Er erhielt verdientermassen den Publikumspreis, was auch gar nicht weiter verwundert. Auf alle weiteren Filme hier einzugehen wäre ein sinnloses Unterfangen und würde jeden Rahmen sprengen, aber der geneigte Phantastik-Fan kann sich auf der Homepage des NIFFF alle Infos und Trailer besorgen. Zudem bietet ein übersichtliches Archiv die Möglichkeit, Einblick in die Screenings vergangener Jahre zu erhalten.

NIFFF-Homepage.