Ein Feind von Schafen

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Wenn ich eine Geschichte schreibe, habe ich den Anspruch an mich selbst, dass ich etwas zu Papier bringe, das neu ist oder zumindest eine neue Sicht auf altbekannte Dinge wirft. Ich mag es einfach nicht, mich zu wiederholen, das langweilt mich und ich halte es für eine Verschwendung von Zeit und Papier. Das ist auch genau der Grund, weshalb ich als Liebhaber des Horror-Genres immer einen weiten Bogen um eine der beliebtesten aber auch bedauernswertesten Kreaturen der Nacht gemacht habe … den Werwolf.

In den letzten dreissig bis vierzig Jahren bin ich sehr vielen Werwöfen, Gestaltwandlern und Tiermenschen in Film, Buch und Comic begegnet, immer auf der Suche nach vor Frische schillernden Ideen, die mich das Fürchten lehren und intellektuell anregen. Die Wahrheit aber ist, dass sich die selben Muster viel zu oft wiederholen und nur selten Variationen bestehen. Oft reichen diese Variationen aber schon aus, um Interesse zu wecken … es geht also gar nicht darum, das Rad neu zu erfinden, wie das vielzitierte Sprichwort sagt. Es geht darum, Muster und Verhaltensweisen von Figuren zu brechen und so den Leser neugierig zu machen (etwas, auf das sich Stephen King bestens versteht … weshalb ich auch so irritiert davon bin, dass mich sein „Werwolf von Tarker Mills“ seinerzeit arg langweilte, weil King seine Kreativität seltsamerweise eben genau bei dieser einen Geschichte zügelte).

Zu oft habe ich vom Zigeunerfluch gelesen, der einen Unschuldigen zum Wolf-Mann macht, zu oft war es die Geliebte dieser Kreatur, die das Untier als Erlösung erlegen musste, zu oft wurde er (wie auch der nur noch mitleidig zu belächelnde Vampir) zu einer ekligen, romantisierten Fickfigur unerfüllter feuchter Träume, zu oft wurde meines Erachtens nach das Innenleben jener bemittleidenswerten Figur ganz einfach vergessen. Und weil auch ich diesem eng geschnallten Themenkorsett nichts hinzuzufügen hatte, liess ich ganz einfach die Finger davon und schrieb über andere Themen. Bis jetzt. Kürzlich hatte ich eine tolle Idee zu einer ganz anderen Werwolf-Geschichte, an der ich jetzt arbeite. Noch ist sie nicht fertig, und daher möchte ich keine Einzelheiten verraten. Aber sobald das Wort „ENDE“ getippt und die Sache unter Dach und Fach ist, gibt’s mehr Infos. Bis dahin … sperrt eure Schafe ein. Der Werwolf ist hungrig und lauert in jedem von uns.

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